Teletherapie per Videokonferenz

Ab sofort und für die Dauer der Corona-Schutz­maßnahmen bieten wir unseren Teil­nehmern anstelle eines Aufenthaltes vor Ort die Möglich­keit einer Tele­therapie per Video­konferenz an. Bitte informieren Sie sich hierzu auf unserem Info­blatt zur Tele­therapie, welches Sie hier herunter­laden und aus­drucken können:

Zögern Sie nicht, frühzeitig mit uns Kontakt aufzunehmen, wenn Sie diese Möglich­keit zur Ver­ringerung des Infektions­risikos wahr­nehmen möchten!

Sollten Sie sich – nach Absprache mit uns – dafür ent­scheiden, die verein­barte Therapie­maßnahme in Form einer Tele­therapie durch­zu­führen, benötigen wir eine aus­gefüllte und unter­schriebene Einverständnis­erklärung von Ihnen:

Bevor es losgeht, überprüfen Sie bitte anhand unserer Check­liste, ob von Ihrer Seite alle Voraus­setzungen für einen möglichst reibungs­losen Ablauf der Tele­therapie erfüllt sind:

Vor Beginn: Testen Sie Jitsi!

Unser System basiert auf der Open-Source-Software Jitsi. Das Jitsi-Projekt betreibt einen öffentlichen Server, auf dem Sie die Funktionsweise der Software und auch Ihre eigene technische Ausstattung (Computer und Netzwerk) vor Beginn der Teletherapie kostenlos und anonym ausgiebig testen können. Wenn das gut klappt, wird aller Wahrscheinlichkeit nach auch die Teletherapie gut funktionieren. Ein weiterer Vorteil: Sie können sich vorab schon mit der Benutzeroberfläche von Jitsi vertraut machen und sich dann in den Teletherapie-Sitzungen ganz auf die therapeutischen Inhalte konzentrieren.

Die eigentliche Teletherapie findet dann mit der gleichen, vertrauten Software statt, allerdings auf unserem eigenen, nicht-öffentlichen Server, der sich aufgrund verschiedener Sicherheitsmechanismen nicht für Ihre Vorab-Tests eignet.

So gehen Sie vor:

  • Sprechen Sie sich mit einem Kommunikationspartner aus dem Familien- oder Freundeskreis ab und vereinbaren Sie einen Termin für Ihre Test-Videokonferenz.
  • Rufen Sie dann zum vereinbarten Termin in Ihrem Browser den öffentlichen Jitsi-Server auf: https://meet.jit.si/
  • Das Systen schlägt einen Namen für Ihr Ihre Konferenz vor, Sie können aber auch unterhalb von Start a new meeting einen eigenen Namen eintragen. Klicken Sie dann auf GO.
  • Wenn der Browser fragt, ob Sie Kamera und Mikrophon freigeben wollen, erteilen Sie die Freigabe.
  • Damit haben Sie eine Videokonferenz gestartet und sehen erst einmal nur sich selbst. Damit Ihr Kommunikationspartner dazu stoßen kann, benötigt dieser den Link zu Ihrer Konferenz. Dieser wird unten rechts in einem kleinen Fenster namens Share angezeigt. Sollte das kleine Fenster verschwinden, holen Sie es mit einem Klick auf das eingekreiste „i“ unten rechts wieder hervor. Klicken Sie auf Copy, um den Link zu kopieren, und fügen Sie den Link in eine Email an Ihren Kommunikationspartner ein (selbstverständlich können Sie den Link auch an mehrere Personen schicken für eine echte ‚Konferenz‘). (Wenn Sie der Konferenz einen aussagekräftigen Namen gegeben haben, können Sie den Link auch telefonisch weitergeben.)
  • Sobald Ihr Kommunikationspartner den Link in seinem Browser öffnet, kann es losgehen. Im Idealfall können Sie sich gegenseitig gut sehen und hören. Falls es Probleme gibt, finden Sie unten einige Tipps, um Verbindungsprobleme zu beseitigen oder zumindest zu minimieren.
  • Am Ende klicken Sie auf das rote Hörer-Symbol unten in der Mitte, um die Konferenz zu verlassen. Sobald der letzte Teilnehmer auflegt, wird die Konferenz gelöscht. Wenn Sie einen weiteren Versuch starten wollen, beginnen Sie einfach von vorn.

Was tun bei technischen Problemen?

Live-Video­konferenzen, die das Internet-Protokoll WebRTC nutzen, sind komplexe Anwendungen, bei denen es manchmal hakt. Probleme können an 3 Stellen auftreten:

  1. Bei den Teilnehmer*innen einer Konferenz.
  2. Auf dem Server, der den Konferenz-Dienst bereitstellt.
  3. Bei der Verbindung zwischen Teilnehmer*innen und Server.

Auf Punkt 3 haben weder Sie noch wir Einfluss. Der Daten­verkehr zwischen den Teil­nehmer*nnen, also Ihnen und uns, und unserem Server läuft über das Internet, das gerade in der aktuellen Situation sehr stark in Anspruch genommen wird. Wenn es hier zu Ein­schrän­kungen wegen Über­lastung kommt, müssen wir das akzeptieren.

Punkt 2 liegt in unserer Verant­wortung. Wir über­wachen unseren Server ständig und versuchen, bei Server-seitigen Problemen schnell zu reagieren.

Bei Punkt 1 sind auch Sie gefragt. Falls Sie Probleme mit der Ver­bindung haben, möchten wir Sie bitten, die nach­folgenden Tipps zu beher­zigen. Vielleicht können Sie auch eine*n Ange­hörige*n um Hilfe bitten.

  • Jitsi-EinstellungenWenn Video und Ton nicht synchron sind, das Video ruckelt oder verpixelt ist oder der Ton immer wieder aus­setzt, ist die Netz­werk­verbindung schlecht. Die folgenden Maß­nahmen können helfen:
    • Platzieren Sie sich und Ihren Computer näher am Wlan-Router.
    • Reduzieren Sie die Videoauflösung (Qualitätseinstellungen).
    • Verbinden Sie den Computer zumindest während der Tele­therapie per Netz­werk­kabel mit dem Router. Vorallem in Städten mit vielen verschiedenen Wlans auf engsten Raum kommt es häufig zu gegenseitigen Störungen; eine Kabel­verbindung schafft Abhilfe.
    • Achten Sie darauf, dass während einer Tele­therapie Ihre Internet­verbindung nicht durch andere Netz­werk­aktivitäten blockiert wird (Video-Streaming, große Downloads usw.).
  • Jitsi-GeraeteauswahlAchten Sie darauf, dass für Kamera, Mikrophon und Audio­ausgabe die richtigen Geräte aus­gewählt sind, sowohl im Betriebs­sytem als auch in der Video­konferenz (Geräteauswahl am Mikrophon- bzw. Kamerasymbol unten mittig in der Jitsi-Oberfläche). Das ist v.a. dann wichtig, wenn Sie beispielsweise an Ihr Notebook zusätzlich zu den eingebauten Geräten (Kamera, Lautsprecher, Mikrophon) auch noch externe Geräte angeschlossen haben (Webcam, Kopfhörer, Headset).

    Wenn Sie die anderen Teilnehmer nicht hören können, prüfen Sie das ausgewählte Audioausgabegerät (Speakers). Wenn die anderen Teilnehmer Sie nicht hören können, prüfen Sie, ob das richtige Mikrophon ausgewählt ist und kontrollieren Sie die Aussteuerung (Mikrophonaussteuerung in Windows 10).

  • Das WebRTC-Protokoll ist relativ neu und wird noch nicht von allen Browsern gleich gut unter­stützt. So treten z.B. in aktuellen Firefox-Versionen häufig Video- und Audio-Probleme auf. Die beste Unter­stützung bietet derzeit der Chrome-Browser. Falls Sie normaler­weise mit einem anderen Browser surfen, empfehlen wir, Chrome zusätzlich zu installieren und für die Tele­therapie zu nuzten.
  • Manche Browser oder Browser-Addons (z.B. Werbe-Blocker!) bieten eine Ein­stellung, um die Frei­gabe der IP-Adresse via WebRTC zu ver­hindern. Diese Ein­stellung muss zumindet für die Dauer der Video­konferenz deakti­viert werden. Oder Sie nutzen für die Tele­therapie nicht Ihren Standard-Browser, sondern eine frisch installierte Alter­native (am besten Chrome) ohne Addons.
  • Wenn sich ihr Computer hinter einer Firewall befindet (Achtung, auch Router wie z.B. die FritzBox verfügen über eine Firewall-Funktion!), müssen die Ports TCP/443 (HTTPS) und UDP/10000 (Video Stream) freigegeben werden. Falls Sie über eine FritzBox surfen, finden Sie ent­sprechende Ein­stellungen unter Internet > Filter > Kindersicherung bzw. Internet > Filter > Zugangsprofile; achten Sie darauf dass für Ihren Computer keine Netz­werk­an­wendungen gesperrt sind.
  • Wenn Sie die Jitsi-App auf einem Tablet ver­wenden, auf dem auch der (ansonsten sehr empfehlens­werte) Werbe-Blocker Blokada aktiv ist, schalten Sie diesen ab oder nehmen Sie die Jitsi-App in die Blokada-Whitelist auf. Gleiches gilt für ähnliche Blocker-Apps, die nicht nur im Browser, sondern auf Geräte-Ebene wirken.

Infor­mationen zur Technik und zum Daten­schutz unseres Tele­therapie-Angebots

Wir betreiben unser Video­konferenz­system auf einem gemieteten Root-Server; Server­standort ist Deutsch­land (Karls­ruhe) und mit dem Anbieter liegt eine Vereinbarung zur Auftragsdatenverarbeitung vor. Abgesehen vom physischen Zugriff steht der Server voll­ständig unter unserer Kontrolle, d.h. alles vom Betriebs­system bis zur installierten Soft­ware wird von uns aus­gewählt, konfiguriert und ständig auf dem aktuellen Stand gehalten.

Unser Video­konferenz­system basiert auf der leistungs­fähigen Open-Source-Software Jitsi. Das System nutzt moderne und sichere Technologien, um sowohl eine gute Audio- und Video­qualität als auch eine sichere Kommuni­kation zu gewähr­leisten. Neben der Video­konferenz (Live-Video und -Audio) steht parallel auch ein Text-Chat zur Ver­fügung und anstatt des Live-Videos kann auch der Inhalt des Computer­bild­schirms über­tragen werden, z.B. das Fenster eines Therapie­programmes.

Die aus unserer Sicht wichtigsten Vorteile dieser Lösung:

  • Dadurch, dass Jitsi auf einem von uns kontrollierten Server in Deut­schland läuft, kann der Service DSGVO-konform betrieben werden, niemand erhält Ihre oder unsere Daten.
  • Bei einer Video­konferenz mit zwei Teilnehmer*innen ist die gesamte Kommuni­kation (Audio, Video und Text-Chat) Ende-zu-Ende ver­schlüsselt, d.h. der Daten­verkehr zwischen Ihnen und uns ist abhör­sicher, niemand kann lauschen.
    Bei mehr als zwei Teil­nehmer*innen ist Ende-zu-Ende-Ver­schlüsselung aus technischen Gründen leider (noch) nicht möglich. In diesem Fall sind zwar alle Daten auf dem Weg zwischen den Teil­nehmer*innen und unserem Server verschlüsselt, auf unserem Server selbst liegen sie jedoch für die Dauer einer Tele­therapie­sitzung un­ver­schlüsselt vor. Sobald eine Tele­therapie­sitzung beendet ist, werden sämtliche Kommunikations­daten auto­matisch voll­ständig gelöscht.
  • Zur Teilnahme an einer Video­konferenz benötigen Sie kein Benutzer­konto und müssen keine persön­lichen Daten angeben. Nur Ihre IP-Adresse (die nach aktueller Rechts­sprechung zu den personen­bezogenen Daten zählt) wird – wie bei allen Internet­aktivitäten – unver­schlüsselt über­mittelt, das ist eine technische Not­wendigkeit.
  • Um an einer Tele­therapie teil­zunehmen, muss auf Ihrem Computer keine zusätzliche Software installiert werden, ein aktueller Internet-Browser wie Firefox oder Chrome genügt (derzeit lautet die Empfehlung, Chrome/Chromium zu nutzen, da aktuelle Firefox-Versionen bisweilen Probleme bereiten). Auch das Betriebs­sytem Ihres Computers (Windows, macOS oder Linux) spielt keine Rolle. Falls Sie mit einem iPad oder Android-Tablet teil­nehmen wollen, müssen Sie die Jitsi-App installieren (iPad/App Store bzw. Android-Tablet/Google Play oder Android-Tablet/F-Droid).

Für interessierte Kollegen, die für ihre logopädische Praxis auf der Suche nach einer DSGVO-konformen Lösung für ein Teletherapie-Angebot sind, haben wir unsere Erfahrungen mit der Installation und Konfiguration einer eigenen Jitsi-Instanz in einer ausführlichen Anleitung zusammengefasst, die in unregelmäßigen Abständen aktualisiert wird: