Für interessierte Kollegen: Jitsi-Installationsanleitung

Wir nutzen derzeit das leistungsfähige und sichere Open-Source-Videokonferenzsystem Jitsi für unser Teletherapie-Angebot. Die wichtigsten Funktionen:

  • Videokonferenz (Live-Video und -Audio) plus parallele Text-Nachrichten.
  • Bildschirmfreigabe: Statt des Live-Videobildes von der Webcam können alle Teilnehmer*innen den anderen Teilnehmer*innen ihren Bildschirm-Inhalt anzeigen (ganzer Bildschirm / ein Anwendungsfenster / ein Browser-Tab).
  • Teilnehmer*innen entscheiden, ob sie die jeweils sprechende Person im Vollbild sehen (automatische Umschaltung zwischen sprechenden Personen) oder ob sie in einer Kachelansicht alle teilnehmenden Personen gleichzeitig sehen.
  • Sowohl Kamera als auch Mikrophon können zeitweise stumm geschaltet werden.
  • Das System ist einfach zu bedienen und kann sowohl mit der Maus als auch mit Tastaturkürzeln gesteuert werden; an Touchscreens (neuere Laptops, Tablets) ist auch Touch-Steuerung möglich.
  • Auf Desktop- und Notebook-Computern muss keine zusätzliche Software installiert werden, um an einer Videokonferenz teilzunehmen, ein aktueller Browser genügt. Für Tablets (iPad und Android-Tablets) steht die Jitsi-App zur Verfügung.
  • Eine kurze Einführung in die Jitsi-Benutzeroberfläche

Wichtige Eigenschaften bezüglich Sicherheit und Datenschutz:

  • Bei zwei Teilnehmer*innen werden sämtliche Inhalte Ende-zu-Ende verschlüsselt übertragen. Bei drei und mehr Teilnehmer*innen sind die Daten auf dem Weg vom und zum Server verschlüsselt (Transportverschlüsselung), auf dem Server selbst liegen sie jedoch für die Dauer einer Videositzung unverschlüsselt vor (u.a. darum raten wir zu einer eigenen Jitsi-Instanz; s.u.).
  • Sämtliche Inhalte einer Sitzung werden automatisch gelöscht, nachdem die Sitzung beendet ist, d.h. nachdem die letzte teilnehmende Person die Sitzung verlassen hat. Bei Bedarf kann bei einer eigenen Jitsi-Instanz eine Recording-Funktion aktiviert werden, so dass Sitzungen aufgenommen werden können.
  • Jitsi ist praktisch anonym nutzbar; um einer bestehenden Sitzung beizutreten ist kein Benutzerkonto erforderlich (dennoch kann eine Sitzung bei Bedarf durch ein Passwort gesichert werden). Abgesehen von der IP-Adresse erfährt der Service-Betreiber nichts über die Teilnehmer*innen.

Es gibt zahlreiche öffentliche Jitsi-Server, die geeignet sind, um das System zu testen. Um jedoch die Kontrolle über alle anfallenden Daten zu behalten, auch die unverschlüsselten Metadaten, sollte Jitsi unbedingt auf dem eigenen Server betrieben werden. Nur so wird die Privatsphäre aller Teilnehmer*innen optimal geschützt und der Videokonferenz-Service kann auf diese Weise sicher und DSGVO-konform betrieben werden.

Unsere Erfahrungen mit der Installation und Konfiguration einer eigenen Jitsi-Instanz haben wir in einer ausführlichen Anleitung zusammengefasst, die in unregelmäßigen Abständen aktualisiert wird: