Verbessert intensive Aphasietherapie die alltägliche Kommunikation?

Veröffentlicht am 07.07.2012

Großangelegte, deutschlandweite Studie läuft sehr erfolgreich

Auf Initiative der Gesellschaft für Aphasieforschung und -behandlung e.V. (GAB) wurde am 1.2.2012 eine deutschlandweite Studie bei Schlaganfallpatienten mit chronischer Aphasie gestartet. Die Projektverantwortlichen bezeichnen diese Studie hinsichtlich Umfang und Zielsetzung als derzeit weltweit einmalig. Mit dieser Studie soll überprüft werden, ob eine intensive Sprachtherapie über (mindestens) drei Wochen bei Patienten mit Aphasie, die vor mehr als sechs Monaten einen Schlaganfall erlitten haben, zur Verbesserung der alltäglichen Kommunikationsfähigkeit führt.

Die Studie trägt den Titel Von der kontrollierten experimentellen Studie zur Alltagskommunikation: Wie wirksam ist intensive Aphasietherapie unter regulären klinischen Bedingungen? (Englischer Titel: From Controlled Experimental Trial to Everyday Communication: How effective is intensive aphasia therapy under routine clinical conditions? (FCET2EC)) und wird für eine Laufzeit von drei Jahren vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziell gefördert. Die Studienzentrale wird von Frau Dr. Caterina Breitenstein geleitet.

Am 1.4.2012 konnten die ersten Patienten mit chronischer Aphasie in der Studienzentrale am Universitätsklinikum Münster angemeldet werden. Bis zum 1.Dezember 2013 wurden 114 Patienten in die Studie eingeschlossen. Angestrebt wird die Teilnahme von 168 Patienten. Die Rekrutierung endet zum 1.6.2014, das heißt: Nur noch bis zu diesem Datum können Patienten teilnehmen.

Es können ausschließlich Patienten teilnehmen, die eine ambulante oder (teil-)stationäre Sprachtherapie im Rahmen der Regelversorgung erhalten. Die Testung für die Studie umfasst 4-5 Untersuchungstermine. Jede Untersuchung dauert jeweils mehrere Stunden. Deutschlandweit nehmen inzwischen 18 (teil-) stationäre und ambulante Aphasie-Behandlungszentren teil. Mehr Informationen:

Homepage der FCET2EC-Studie

Es gab bisher keine Ausfälle oder Abbrüche von teilnehmenden Patienten. Die allermeisten Patienten sind hochzufrieden mit ihrer Intensivtherapie und dem Therapieergebnis. Auch die Studienzentrale und das externe Monitoring-Kommitee bewerten den bisherigen Verlauf der Studie als vollen Erfolg.

Frau Dr. Scharf-Mayer ist seit April 2012 als Testleiterin für diese Studie im Einsatz.

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„Iss schon ne kleine psychologische Beratung, was Sie da machen. Das hat auch seinem Selbstbewusstsein sehr gut getan. Dass er jetzt weiß, was er hat und wie er damit besser umgehen kann. Das hab ich schon in der 2. Woche gemerkt. Die Psyche ist ja auch wichtig. Das machen Sie mit. Sie sehen das Ganze. Nicht nur die Sprache. Das macht ja keiner sonst... Also wir sind ganz begeistert. Jetzt haben wir viele Aufgaben, die wir umsetzen können dieses Jahr und das probieren wir jetzt. Und dann freuen wir uns aufs nächste Mal im nächsten Jahr!“

Ehefrau eines 49-jährigen Patienten mit unflüssiger Aphasie, Sprechapraxie und kognitiven Defiziten nach der ersten Intensivtherapie

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